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Mittel zum Zweck oder wahrer Kaffeegenuss? Die Wahrheit über den Kaffeeautomaten

**Corona Statement am Ende des Artikels


von Lena Schmidlechner – Die einen hassen ihn, die anderen verehren ihn, wieder andere wollen ihn nicht einmal ignorieren: Der Kaffeeautomat. An kontroversem Potential kann diese unscheinbare Maschine mit so mancher politischen Diskussion mithalten. An „Bib-Tagen“, an denen Studierende ihren ganzen Tag an der Universität verbringen, um zu lernen, ist sie für manche ein fixer Bestandteil der Kaffeepause, während andere nicht einmal im Traum daran denken würden, sich ihren Kaffee vom Automaten zu holen. Als Coffeelifestyle-Magazin wollen wir in diese Diskussion diplomatisch eingreifen und euch eine Pro- und Contra-Liste zum Kaffeeautomaten vorstellen.


Kaffeeautomaten haben einige Vorteile. Zum einen ist der Kaffee, den ihr hier ergattern könnt, unverhältnismäßig günstig. Ihr spart euch vor allem auf lange Zeit einiges an Geld, wenn ihr auf diese Option zurückgreift. Geld, das ihr dann vielleicht in eine eigene Kaffeemaschine investieren könntet.
Außerdem sprechen die Verfügbarkeit und Nähe der Automaten für sie. In jedem größeren Gebäude der verschiedenen Wiener Universitäten – von Hauptuni bis WU – gibt es mehrere Kaffeeautomaten. Wenn eure To-Do-Liste für die Uni also mal wieder jeden Rahmen sprengt, ihr aber trotzdem eine kurze Kaffeepause genießen wollt, werdet ihr nicht viel Zeit auf dem Weg zu einem Lokal oder Kaffeestand verlieren.
Auch geschmacklich werden die Kaffeeautomaten immer besser. Der Trend zum Kaffee-Nerdtum ist auch den Herstellern der Automaten nicht entgangen und so hat sich beispielsweise die Qualität der Bohnen über die Jahre verbessert (Zyniker_innen aus der anti-Kaffeeautomaten-Fraktion würden vielleicht darauf hinweisen, dass oft schlicht kein richtiger Kaffee verwendet wurde). Außerdem gibt es mittlerweile einige Automaten, die Fairtrade Kaffeebohnen nutzen, was für uns auch immer ein Pluspunkt ist.

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Let’s face it: Kaffee aus dem Automaten, so sehr er an Qualität dazu gewonnen haben mag, ist nicht das Gleiche, wie Kaffee aus einer Siebträger Maschine. Die Funktionsweise eines Kaffeeautomaten basiert meistens auf einer Art Filterprinzip, bei dem der Kaffee nach einer kurzen Brühzeit durch ein sehr feines Sieb gedrückt und in den Becher gegossen wird. Weil so ein Automat aber meisten auch besonders viele Konsument_innen bedienen sollte, wird das Kaffeepulver in einem großen Vorratsbehälter gelagert. Wie lange der Kaffee also schon gelagert wird, ist natürlich von der Menge abhängig, die konsumiert wird. Es kann also vorkommen, dass der Kaffee schon älter und nicht mehr wahnsinnig geschmacksintensiv ist.
Außerdem handelt es sich bei den Bechern immer um Einwegbecher – meistens aus Plastik, manchmal aus Pappe, die dann aber auch innen eine Kunststoffbeschichtung braucht. Natürlich haben auch Cafés solche Becher. Hier gibt es aber immer noch die Option, vor Ort aus einer Tasse zu trinken oder selbst einen Keep-Cup mitzunehmen.
Vor allem, wenn man seinen Kaffee gerne mit Milch trinkt und sich beispielsweise einen cremigen Cappuccino sichern möchte, ist vom Automaten eher abzuraten. Je nach Modell wird hier oft einfach ein Milchpulver verwendet, das weder richtig aufschäumt noch geschmacklich wirklich an das Original herankommt.
Was den Gegner_innen aber wohl am sauersten aufstößt, wenn es um Kaffee aus dem Automaten geht ist „fehlender Stil“. Heißgetränkeautomaten haben immer noch einen schlechten Ruf. Die Plastikbecher sind nicht sonderlich ästhetisch, der Kaffee nicht wahnsinnig gut und die Maschinen nicht besonders schön anzusehen. Glücklich aus einem warmen Café treten, mit einem Becher in der Hand, indem sich ein mit Latte-Art verzierter Caffé Latte befindet, macht in den Augen solcher Purist_innen da schon mehr her. Wie wichtig man diesen Aspekt empfindet, bleibe jedem/r selbst überlassen.

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Ein Beitrag geteilt von Gota Coffee Experts (@gotacoffeevienna)

Kaffee aus dem Automaten hat in den letzten Jahren durchaus Upgrades erlebt und ist nicht mehr das, was er einmal war. Hin und wieder auf ihn zurückzugreifen ist also definitiv kein Verrat am Coffeelifestyle. Letztendlich wird es immer Traditionalist_innen geben, die sich ihren Kaffee lieber wo anders holen und wohl auch damit recht haben, dass die Qualität beim Automaten-Kaffee oft zu wünschen übrig lässt. Nach dem Motto „Kaffee trinken und Kaffee trinken lassen“ kann aber jeder und jede frei wählen, auf welche Variante er oder sie am liebsten zurückgreifen möchte.


Beitragsbild (c) Marc Noorman on Unsplash


**Wir bitten um Verständnis, dass Öffnungszeiten und Angebot der einzelnen Cafés und Lokale wegen der Corona Maßnahmen aktuell nicht immer zu hundert Prozent stimmen. Bitte schaut zur Sicherheit immer auch auf die Kanäle der Cafés und haltet euch in erster Linie immer an die aktuellen Maßnahmen. Gemeinsam stehen wir Corona durch!