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Die Ernährungsweise der Flexitarier: Was das bedeutet und andere Diäten

**Corona Statement am Ende des Artikels 


von Lena Schmidlechner – Veganismus und Vegetarismus haben in den vergangenen Jahren viel Aufwind erlebt. Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, ihre Ernährungsweise umzustellen – aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen. Doch oft ist es schwer, die eigene Diät von Grund auf zu ändern und plötzlich auf eine ganze Nahrungsgruppe zu verzichten. So entstand auch die Ernährungsweise der „FlexitarierInnen“. Was es mit ihr auf sich hat und andere interessante Diäten findet ihr hier!


Was hat es mit der Ernährungsweise der „FlexitarierInnen“ auf sich?

Das englische Wort „flexitarian“ setzt sich aus den Worten „flexible“ und „vegetarian“ zusammen. Wer sich als Flexitarier oder Flexitarierin bezeichnet, isst also grundsätzlich sehr wenig oder selten Fleisch und Fisch, hat beides aber nicht völlig aus der eigenen Diät verbannt. Daher werden sie auch „Teilzeit-VegetarierInnen“ genannt.

Die Beweggründe für so eine Ernährung sind meistens sehr ähnlich wie bei VegetarierInnen, aber FlexitarierInnen entscheiden sich dazu, nicht völlig auf irgendwelche Nahrungsgruppen zu verzichten. Das kann verschiedenste Gründe haben. Für Personen, die eine Essstörung hatten, kann es beispielsweise triggering sein, sich bestimmte Lebensmittel zu verbieten (vgl. Washington Post). Außerdem haben vor allem Frauen häufig von Natur aus einen sehr niedrigen Eisenwert und können nur schwer pflanzliches Eisen aufnehmen, was den völligen Verzicht auf Fleisch problematisch machen kann (vgl. American Journal of Lifestyle Medicine). Das sind nur ein paar von einer Vielzahl an Gründen, aufgrund derer manche Menschen nicht völlig auf Fleisch verzichten möchten und sich für die Ernährungsweise der FlexitarierInnen entscheiden.

Wenn sie schließlich Fleisch essen, achten die meisten FlexitarierInnen darauf, dass es sich dabei um qualitativ hochwertige Produkte – zum Beispiel aus bio-gerechter Tierhaltung – handelt. So leistet die Ernährungsweise der FlexitarierInnen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Konsums tierischer Produkte. Außerdem zeigt diese Diät, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern bewusst mit dem eigenen Konsumverhalten umzugehen. Egal, ob es nun um die Klimabewegung, Tierwohl-Aktivismus oder die eigene Gesundheit geht. Jeder und jede kann etwas beitragen und muss dabei nicht völlig auf etwas verzichten!

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Die Raw Vegan Diet

Eine weitere Diät, die sich in den letzten Jahren verbreitet hat, ist die „Raw Food“ Ernährungsweise. Bei dieser Diät geht es darum, sich ausschließlich von Rohkost zu ernähren. Menschen, die sich roh ernähren, sind häufig auch VeganerInnen (da tierische Produkte fast ausschließlich gekocht werden müssen). Die Theorie hinter der Ernährungsweise ist, dass Vitamine und Nährstoffe durch das Kochen von Lebensmitteln verloren gehen und man daher gesundheitlich mehr aus rohen Lebensmitteln schöpfen kann. Wissenschaftliche Ergebnisse legen jedoch nahe, dass die Vorteile einer rohen Ernährung nur auftreten, wenn man seine Diät gut plant und bestimmte Lebensmittel supplementiert – beispielsweise durch Nahrungsergänzungsmittel (vgl. healthline).


Food Separation / Food Combining

Auf Deutsch nennt man Personen, die Food Combining betreiben, auch „Trennköstler“. Bei der Food Separation bzw. dem Food Combining geht es darum, bestimmte Nahrungsgruppen nicht gemeinsam zu konsumieren. Diese Form der Ernährung soll die Verdauung fördern. Trennköstler sind der Meinung, dass manche Nahrungsgruppen nicht gut gemeinsam verdaut werden können, weil sie verschiedene Enzyme für die Zersetzung benötigen und an unterschiedlichen Stellen im Verdauungssystem verarbeitet werden. Als wichtigstes Prinzip gilt, Kohlenhydrate und Eiweiße nicht zu mischen. Die Theorie hinter dieser Ernährung wurde wissenschaftlich zwar nicht in ihrer Reinform bestätigt (vgl. healthline), aber hey – wenn ihr euch damit am wohlsten fühlt, ist das alles was zählt!

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Paleo – die „Steinzeitdiät“

Ein Trend außerhalb jener Ernährungsformen, die sich auf die Reduktion von tierischen Produkten konzentrieren, ist die Paleo Ernährung. Die Philosophie dieser Diät ist es, Lebensmittel zu essen, die auch „Steinzeitmenschen“ so gegessen hätten. Hier wird viel Obst und Gemüse, sowie hochwertige Tierprodukte gegessen. Dafür verzichtet man auf Getreide und Hülsenfrüchte, sowie raffinierte Lebensmittel – wie weißen Zucker, Chips, Ketchup etc. Dieser Ernährungsweise wird nachgesagt, dass sie besonders leistungs- und gesundheitsfördernd ist. Stimmen aus der Wissenschaft haben dies teilweise auch bestätigt (vgl. healthline).

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Ketogene Ernährung

Die ketogene Ernährung ist in ihrem Kern eine low carb, high fat Diät. Kohlenhydrate werden also stark reduziert und dafür wird viel Fokus auf hochwertige Fette gelegt. Das Ziel der Ernährungsweise ist, dass der Körper seine Energie nicht mehr von Kohlenhydraten bezieht, sondern auf Fette zurückgreift – diesen Zustand nennt man Ketose. Die „Keto“ Diät ist insofern positiv zu bewerten, als ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen wurden (vgl. healthline). Jedoch gibt es ebenso Ergebnisse die darauf hindeuten, dass die ketogene Ernährung vor allem für Frauen schädlich sein kann. Das hängt mit dem weiblichen Hormonhaushalt zusammen, der sich im Laufe des Zyklus verändert (vlg. floliving). Wie bei allen Ernährungsweisen zählt eben auch hier: die beste Diät ist die, mit der ihr euch wohl fühlt! 

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Auf das Bauchgefühl kommt es an

Uns hat die Recherche für diesen Beitrag vor allem eines gezeigt: Ernährung ist vielfältig und individuell! Es gibt hunderte verschiedene Diäten, denen ihr folgen könntet – letztlich wird euch euer Bauch- und Körpergefühl aber sagen, was für euch gut ist. Sich mit anderen zu vergleichen oder ein schlechtes Gewissen nach einem „Cheat Meal“ zu haben, ist wirklich nicht nötig! Ihr wisst am besten, was euer Körper braucht und womit ihr euch wohl fühlt. Daran ändert sich nichts – egal, welche Diät ihr für euch wählt. Und uns ist auch ganz wichtig zu sagen, dass ihr kein Label wie „Vegetarierin“ oder „Veganer“ braucht, um euch gesund und vor allem lecker ernähren zu können. Hauptsache, das Essen schmeckt und ihr seid gesund – das ist letztlich das Wichtigste!



Beitragsbild | © Coffeelifestyler


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