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Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu Ostern – ein kleiner Trostspender

**Corona Statement am Ende des Artikels


von Claudia Ullrich – Es ist soweit, ab sofort gelten die Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Und das genau über die Osterfeiertage! Jetzt kann man sich maßlos darüber aufregen, die Regierung und das Virus verfluchen und in eine Ostertraurigkeit verfallen. Aber wer will das schon? Man kann sich auch Trost suchen in all den Dingen, die wir dennoch haben und die uns weder Pandemie noch Lockdown-Regeln nehmen können.


Unsere Gesundheit

Das klingt jetzt sicher abgedroschen, doch wenn ihr diesen Artikel hier lesen könnt, habt ihr etwas sehr Wertvolles, das man sich angesichts der steigenden Intensivpatientenzahlen immer wieder vor Augen führen sollte: eure Gesundheit. Feiert das! Feiert das an jedem einzelnen Tag und feiert es, wenn es sein muss, eben alleine. Natürlich geht diese Pandemie auch irgendwann vorbei, dann brauchen wir auch die ganzen Maßnahmen und Einschränkungen nicht mehr. Ab bis dahin: Seid dankbar für jeden Tag, an dem ihr gesund durchkommt.

Röntgen

Bild | © Owen Beard on Unsplash


Unser Wohlstandzeitalter

Stellt euch vor, wir schreiben das Jahr 1918. Es herrscht immer noch Krieg. Man muss sich verstecken. Doch nicht ausschließlich vor einem drohenden Bombenhagel, sondern zeitgleich vor einer Pandemie, die abertausende Menschen dahinrafft. Das wäre vielleicht ein Albtraum, oder? Ja, und so war es tatsächlich. Kaum jemand hat vor Corona-Zeiten von der “Mutter aller Pandemien” gewusst, der “Spanischen Grippe”. Tatsächlich sind zwischen 1918 und 1920 mehr Menschen an der Pandemie gestorben als im Krieg. Nur ist dieses Elend im Kriegsgeschehen etwas untergangen – zumindest aus historischer Sicht. Mag sein, dass wir gegen eine ebenso schlimme Pandemie zu kämpfen haben wie damals. Aber diesmal tun wir das nicht im zerbombten Hinterhof mit der Unsicherheit, ob unsere Liebsten von der Front je heimkehren, sondern wir machen das bequem am Sofa, mit riesen Fernseher an der Wand und Handy in der Hand.


Das schöne Land Österreich

Noch so ein Stereotyp. Mit Patriotismus muss man gar nichts am Hut haben, um zu erkennen, dass man in Österreich (und vielen anderen europäischen Ländern) weniger stark gebeutelt ist als anderswo. Berge, Wälder, Wiesen, soweit das Auge reicht. Und nein, das gilt nicht für das Leben am Land. Selbst in den großen Städten gibt es in wenig Gehdistanz grüne Erholungsoasen, Bewegungsmöglichkeiten und genügend Angebote, sich die Zeit an der frischen Luft zu vertreiben. Wir haben keine Großstadt-Slums und auch zu essen gibt es genug. Wir sind so verwöhnt, dass wir sogar aussuchen können, woher das Essen kommt, ob es auch nachhaltig angebaut und die Viecherl artgerecht großgezogen wurden. Nicht zu vergessen: Für unser Wasser müssen wir nicht einmal das Haus verlassen. Das trinken wir direkt aus der Leitung. Es geht uns gut, Leute. Auch wenn wir momentan nicht tun und lassen können, was wir wollen, so haben wir doch alles, was wir brauchen. Und noch mehr.

Wien

Bild | © Dimitry Anikin on Unsplash


Die Digitalisierung

So kurz dieses digitale Zeitalter – im Verhältnis zur gesamten Menschheitsgeschichte – erst andauert, so sehr haben wir uns doch an die Annehmlichkeiten gewöhnt, oder nicht? Es ist für uns selbstverständlich, dass wir im Home Office weiterarbeiten können, videotelefonieren und WhatsApps verschicken. Doch überlegen wir mal, wie so eine Pandemie vor nicht einmal hundert Jahren ausgesehen hätte. Keine Sozialkontakte hieß damals noch WIRKLICH keine Sozialkontakte. Sprich, kein Telefon, kein Email, vielleicht mal ein Brief alle paar Wochen. Das war dann das einzige Lebenszeichen. Wer sich heute nicht persönlich treffen kann oder will, der macht es eben über einen Bildschirm. Und nicht zu vergessen, die anderen Annehmlichkeiten: Behördenwege, Essensbestellungen – ja nicht mal einkaufen muss man mehr selbst gehen, wenn man nicht mag.


Neue Ideen

Wir wollen hier nicht behaupten, dass die Maßnahmen nicht nerven würden. Auch wenn es viel schlimmer kommen könnte und andere Menschen wesentlich härter betroffen sind, so ist es dennoch für jeden einzelnen immer eine Herausforderung, vom gewohnten Standard zurückzutreten. Wir waren es nun mal gewohnt, dass alles zu jeder Zeit verfügbar ist. Aber es gibt doch Trost. Die Menschheit ist extrem flexibel und anpassungsfähig. Das ist auch der Grund, warum wir als Art so viele Katastrophen schon überlebt haben. Genau in solchen Krisen zeigt sich das verstärkt. Und sollte diese Pandemie doch länger andauern, als wir glauben, so werden uns ganz wunderbare Alternativen einfallen, um unser Leben entsprechend schön gestalten zu können. Denkt mal dran, wie es plötzlich in jedem Lokal Take-Away Möglichkeiten gibt. Wer hätte noch vor zwei Jahren an einen Brunch-to-go gedacht? Oder die wunderbaren Coffeewalks, die uns fit halten und Sozialkontakt ermöglichen? Schnelltests, die uns in wenigen Minuten Auskunft über unsere Gesundheit geben? Oder denkt daran, wie viele (Sport-)Kurse auf online umgestellt haben. Diese Pandemie zwingt uns dazu, neue Wege zu gehen und oftmals kommen da gute Dinge dabei raus.


Also, Kopf hoch, wer für Ostern andere Pläne hatte und nun im Lockdown-Frust festhängt. Es ist tatsächlich nicht so schlimm, wenn man sich auf all das konzentriert, was man hat statt auf das, was fehlt. Und noch was: Versucht auch alles, was euch dennoch geboten wird, anzunehmen und zu genießen. Geht raus in die Natur und telefoniert jeden Tag mit euren Freunden. Es spricht nichts dagegen, sich nun endlich die Netflix-Serie an einem Stück reinzuziehen, wenn man an Ostern keine Familienfeiern haben darf. Dann bleibt wenigstens mehr Zeit für all das, was man sonst eh nicht unterkriegt.


Beitragsbild | ©


**Wir bitten um Verständnis, dass Öffnungszeiten und Angebot der einzelnen Cafés und Lokale wegen der Corona Maßnahmen aktuell nicht immer zu hundert Prozent stimmen. Bitte schaut zur Sicherheit immer auch auf die Kanäle der Cafés und haltet euch in erster Linie immer an die aktuellen Maßnahmen. Gemeinsam stehen wir Corona durch!